La Bourse

Die Börse in Frankfurt existiert schon seit über 425 Jahren. Sie war in dieser Zeit immer ein Ort bar jeder Vernunft. Kriegskredite und Seifenblasen der Spekulation gehörten zu ihrem Alltag wie die Hohlheit und die irrationale Selbstgefälligkeit ihrer Repräsentanten.

Deshalb ist es nicht erstaunlich, sondern zwingend und logisch, dass Künstler diese bizarre Scheinwelt mit Witz und Verstand zerschneiden.

Unsere Zeugen sind Georg Philipp Telemann (1681-1767) und Michael Sell (1942).

Telemann, der mit der Komposition la Bourse erstmals einen Börsenkrach (1720) lustvoll analysierte und musikalisch dokumentierte;

Sell, der die modernen Marionetten aus selbstverschuldetem Dilettantismus und unterentwickelter Einsichtsfähigkeit modelliert zu Garanten der aktuell erwirtschafteten Katastrophen.

Michel Sell
Komponist, Dirigent,Trompeter

geboren in Königstein, studiert Politologie und Naturwissenschaften, wird Jazzmusiker. Ab 1978 kompositorische Arbeiten. 

"Jugoslawische Quartette", "Emanationen für Doppelquartett", "Der Heilig´n Landmusik" sind Werke dieser Jahre. 1988 entstanden die "Sechs Fürsprüche" für Soli, Chor und Orchester für das Ensemble "Deutsch-Französische Freundschaft", im Auftrag der Alten Oper Frankfurt 1989 das Oratorium "Hiroshima, mon Amour" nach M. Duras.

Anfang 1994 beauftragte die Projekt-gruppe Michael mit der Komposition einer Konzertanten Interpretation von "La Bourse" des Georg Philipp Telemann.

 

Weiterführende Informationen: www.kultur-im-ghetto.de/labourse.htm